24 Sep

30 Jahre IT – und was ich in dieser Zeit alles erlebt habe

Im September 1983 – ich hatte gerade meine Berufsausbildung zum Hotelkaufmann erfolgreich absolviert – bekam ich die Gelegenheit, zum ersten Mal mit diesen großen Dingern genannt Computer in Berührung zu kommen. Und mit “großen Dingern” meine ich wirklich Großrechner, die sich VAX 11-780, VAX 11-785, etc. nannten.

Gebaut hat sie eine damals sehr erfolgreiche Firma namens Digital Equipment Corporation(DEC), und weil diese Maschinen komplexer und komplizierter waren als jeder aktuellen PC, verkaufte DEC seinen Kunden für viel Geld üppige Service-Verträge, die dazu beitragen sollten, dass es es der Firma noch besser ging. Und natürlich sollten sich die Kunden sicher sein, dass im Falle eines Ausfalls ein Service-Techniker nach dem Rechten sieht. Und genau für diese Jungs haben ich und meine Abteilung damals die Logistik betrieben. Das war mein Einstieg in die IT-Welt – vor ziemlich genau 30 Jahren.

Sinclair ZX81 (Quelle: Wikipedia)Zwei Jahre später landete ich wieder bei DEC, wieder in der Logistik, und in dieser Zeit intensivierten sich meine Begegnungen mit den Silizium-Geräten. Mit dabei: der Sinclair ZX 81, der DEC Robin und der DEC Rainbow.

1982/83 kam die große Revolution, und mit ihr der DEC Robin, der Weihnachten meinen Bruder überraschte und uns einen ersten, richtigen PC bescherte.

Mit Doppel-Floppy-Laufwerk ausgestattet, erlaubte dieses Wunder der Technik erste Gehversuche in der Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Natürlich alles auf einem monochronenen Bildschirm (Typ Bernstein), mit 64 Kilobyte RAM und 5-Zoll-Disketten, die jede für sich 180 Kilobyte speichern konnte.

Der ZX 81 hat mir später gezeigt, was man mit einem Computer alles anstellen kann, der nicht einmal ein Speichermedium, geschweige denn ein Ausgabegerät wie einen Bildschirm vorzuweisen hatte. So kam es, dass ich mich 1986/87 mit der Programmiersprache BASIC konfrontiert sah, aber auch mit Kassettenrekordern als Speichergerät und Fernsehern als Ausgabemedium.

DEC Rainbow 100 (Quelle: Wikipedia)1989 wurde es dann futuristisch, denn der DEC Rainbow inklusive Farbbildschirm und 5-Megabyte-Festplatte erklomm meinen Schreibtisch. Der Monitor bot eine Auflösung von 800 x 240 Bildpunkten, damit war ich seinerzeit ganz weit vorne dran, und es gab nicht wenige, die mich um dieses PC-Ding beneideten, obwohl der Lüfter laut wie ein Flugzeug war. Alleine schon wegen Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards.

1989 war dann auch das Jahr, das mein Leben entscheidend verändern sollte. Da ich bei DEC nämlich nicht näher an die Computer und MicroVAXen herankam, beschloss ich, noch einmal “etwas Vernünftiges” zu machen, und das sollte ein Diplom-Studium der Wirtschaftsinformatikzu sein.

Natürlich nicht ohne vorheriges Absolvieren meines Abiturs, das ich auf dem ersten Weg anno 1980 nicht erworben hatte. So wurde es 1990, bis ich das erste Mal die Heiligen Hallen der Fachhochschule München, Fachbereich Informatik betrat.

Drei Monate zuvor wurden meine Weichen allerdings schon maßgeblich gestellt, indem ich bei Intel und damit beim Technischen Marketing landete. Und in all den Jahren (also vor, während und nach des Studiums) lernte ich intensiv, wie sich ein komplexes Thema (Prozessoren) so darstellen lässt, damit es wirklich jeder (Messebesucher) versteht.

So fing ich also nach meinem Studium im Jahr 1995 bei Intel an, um dreieinhalb Jahre später noch einmal umzusatteln, und dieses Mal wohl für immer. Denn ich wand mich der Schreiberei zu (die mich schon so lange verfolgte), um sie endlich professionell zu betreiben.

Und das tat ich dann auch. Für das PC Magazin, für die Computer easy und ab 2002 ganz für mich alleine. Und das war die beste Entscheidung für mich, als die Geschäftsführung von Vogel Burda beschloss, dass mein Arbeitsplatz überflüssig sei. Denn dann konnte ich endlich das tun, was ich immer tun wollte: meinen eigenen Themen und Ideen nachgehen. Und von denen gab und gibt es immer genug.

Ob Online-Marketing für Intel (2002) oder Produktmarketing für ZyXEL (2003) oder zahlreiche Artikel für Mac & Co. (2005) oder Bloggen für ZDnet (2008) oder Intel (2008) oder Microsoft (2010) – stets hatte und habe ich immer noch Spaß an dem, was ich tue – schreiben über erklärungsbedürftige Produkte, damit diese auch wirklich von jedem und jeder verstanden werden. Und in Verbindung mit Social Media wird daraus eine explosive Mischung, die rockt!