01 Feb

Reminiszenz an ein großartiges Team: Handballeuropameister 2016

EM-Handballmeister 2016 (Quelle: Facebookseite des DHB)

Zugegeben, ich bin nicht so der Handballfan. Klar, das ist ein toller, schneller, athletischer Sport, aber mein Herz hängt doch eher am Fußball (falls Sie wissen, was ich meine). Doch am gestrigen Sonntag (und die Tage davor) war ich Handball! Habe mitgefiebert und mitgefeiert und habe meinen Emotionen freien Lauf gelassen. Es war einfach zu berauschend, was die Jungs da in Polen abgeliefert haben.

Dabei meine ich „Jungs“ überhaupt nicht despektierlich, im Gegenteil. Denn mit der jüngsten Mannschaft des EM-Turniers Europameister zu werden, und das in dieser fantastischen Art und Weise, das zeugt von vielen Dingen, die solch ein Team ausmacht. Das ist sicherlich zum einen der oft und teils inflationär gebraucht Begriff „Mannschaftsgeist“, der immer wieder gerne zu Rate gezogen wird. Nur, in diesem Fall trifft er den Kern der Sache wie schon lange nicht mehr.

Teamgeist, Trainer des Jahres und kein Zaudern!

Denn diese Mannschaft, die den Ausfall wichtiger Spieler (sogenannter Leistungsträger) kompensieren musste und das so bravourös tat, ist wohl während des Turniers so eng zusammengerückt, dass sie zu einem Zeitpunkt wusste und ahnte: Ja, wir schaffen das! Ja, wir werden Europameister!

Darüber hinaus verfügt die deutsche Handballnationalmannschaft über einen Trainer (samt Stab), der es sehr, sehr gut versteht, die richtigen Antworten zu finden. Und zwar auf alles, was an kleineren und größeren Rückschlägen auftauchen kann. Einer der besten Rückraumspieler und der Kapitän fallen während der EM aus? Egal, dann werden eben zwei gleichwertige Spieler nachnominiert. Und der eine von ihnen wird sogar bester Torschütze des Endspiels. Und wie Sigurdsson die Mannschaft auf jeden einzelnen Gegner eingestellt hat, war einfach nur sensationell!

Doch was mich (speziell gestern) am meisten beeindruckt hat war dieser absolute Wille, Europameister werden zu wollen. Da gab es kein Zaudern, kein Zurückzucken vor diesem favorisierten Gegner. Offensichtlich haben die deutschen Handballer keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, dass sie scheitern könnten. Und das machte den Unterschied, sowohl gestern gegen Spanien als auch während der gesamten Europameisterschaft.

Vorfreude auf Rio 2016

Was bleibt als Resümee einer unfassbaren EM? Nun, dass diese junge, unglaublich gute Mannschaft erst am Anfang steht und im Sommer in Rio de Janeiro ihr nächstes Märchen selbst wahrmachen kann. Na dann, Jungs: Bis in sieben Monaten. Wir sehen uns!