18 Apr

Von der Kunst, seine Angst weg zu singen und zu spielen

Von der Kunst, seine Angst wegzusingen

Die Frau, der mein Herz gehört, hat einmal einen Satz aufgeschrieben, der als Pate für diesen Beitrag herhalten darf:

Mutig rauf auf die Bühne!

In diesen fünf schlichten Worte steckt soviel Kraft, soviel Zuversicht und soviel Angst vor dem eigenen Versagen. Denn warum trauen sich Menschen nicht öfter auf die Bühne, vor Leute, ins Leben? Weil sie Angst haben, sich bloß zu stellen, dem eigenen Anspruch und dem der anderen nicht genügen zu können. Und anstatt eine kleine Niederlage in Kauf zu nehmen, möglicherweise nicht alles richtig zu machen, verharren sie lieber in ihrer Untätigkeit und bleiben lieber im Dunkeln, anstatt sich ins Scheinwerferlicht zu wagen.

„Open Stage“ als Mutmacher!

Ihr ahnt es vielleicht: Dieser Blogbeitrag handelt von mir, von meiner Angst, auf die Bühne zu klettern und mich doch zu präsentieren. Dabei ist es ja nicht so, dass mir das völlig unbekannt wäre. Nein, im Gegenteil, ich stelle mich dieser Situation immer wieder. Aber ganz aktuell treibt mich dieser Gedanke um, was alles passieren könnte an diesem kommenden Donnerstag, dort in Moosach im Pelkovenschlössel, wo ich zehn Minuten lang drei Lieder zu Gehör bringen darf.

Denn dort soll und will ich Teil  eines Open Stage-Abends sein, an dem sich Leute wie ich treffen, um ihre Begabung nicht mehr im heimischen Wohnzimmer oder Keller darzubieten, sondern auf einer richtigen Bühne, vor richtigem Publikum. Der Lohn ist laut Veranstalter der Applaus, und genau das bereitet mir das größte Unwohlsein. Werden die anwesenden Menschen tatsächlich meine Lieder mögen, werden sie also das goutieren, was ich zum Vortrag bringe? Kann ich meinen eigenen Ansprüchen tatsächlich genügen? Und wird mein Singen und Spielen so erklingen, wie ich mir das wünsche?

Sei mutig, geh‘ rauf auf die Bühne!

Diese Frau mit dem obigen Satz hat dazu ihre ganze eigene Meinung: „Was hast du denn zu verlieren? Geh einfach raus und spiele für dich selbst, der Rest sollte nur Spaß sein!“. Und verdammt noch mal, damit hat sie ganz einfach Recht. Wozu die ganzen Selbstzweifel und vorweg genommenen Sorgen, dass etwas schief gehen könnte. Und wenn schon, ich muss mit der Singerei nicht meinen Lebensunterhalt verdienen und werde davon auch keinen Schaden nehmen, selbst wenn ich eine Liedzeile vergesse oder ich die Stücke nicht hundertprozentig interpretiere.

Denn das Wichtigste daran soll doch der Spaß sein und die Erkenntnis, es getan zu haben. Oder einfach nur das Motto dieses Beitrags in die Tat umzusetzen:

Mutig, rauf auf die Bühne!