16 Jun

Warum ich so gerne in München lebe

Wunderschönes München

Heute Vormittag war ich Downtown München unterwegs und habe dabei dieses Bild geschossen und auf Facebook geteilt:

Darauf hin kam die Frage bzw. Aufforderung, ich solle München mal anpreisen, denn der grau verhangene Himmel, der öffentliche Nahverkehr und die überbordende Neugotik des Alten Rathauses könnten es wohl eher nicht sein, warum ich München so toll finde. Daher folgt an dieser Stelle meine ultimative Top 10, was ich an meiner Stadt so sehr mag.

München ist toll, weil…

es so grün ist. Das wird mir vor allem immer wieder während meiner Ausflüge auf dem Rad oder zu Fuß bewusst, wie sehr diese Stadt von seinen Auen, seinen tausenden von Bäumen und natürlich von der Isar lebt.

es so lebendig ist. Ja, klar, es gibt Berlin und Köln und Hamburg, wo vermutlich mehr der Punk abgeht, aber München lebt und atmet genau an den richtigen Stellen. Und es kommen jeden Tag neue Stellen dazu.

es so viele Zufluchtsorte bietet. Ob das der englische Garten ist oder mein Lieblingssportverein gegenüber  oder das kleine Café um die Ecke – stets ist meine persönliche Oase nur ein paar Schritte entfernt – oder auch schon mal ein bisschen weiter.

ich hier seit fast 40 Jahren wohne. Ich habe hier alles erlebt und geschafft: Gymnasium, Lehre, Abitur, Studium, Intel, Redakteur, Freiberufler. Nicht zu vergessen kleine und große Freundschaften, durchtanzte Nächte, bittere Tränen, grenzenlose Freude – eben alles, was in 40 Jahren so passiert.

meine Kinder hier geboren sind. Alleine wegen dieser drei Gründe ist München MEINE Stadt, weil es IHRE Stadt ist und sie so fest mit mir verbunden sind. Und so lange sie hier sind, werde ich auch hier sein. Und das kann noch eine Weile dauern.

ich hier alles machen kann, was ich will. Eines Tages beschloss ich: Ich will Abitur und studieren! Und: gemacht. Eines Tages beschloss ich: Ich will schreiben! Und: gemacht. Eines Tages habe ich beschlossen: Ich will besser singen. Und: gemacht. Soll heißen: München bietet alles, fördert alles, hat alles. Und mehr brauche ich gar nicht.

es so viel zu bieten hat. Ob Olympiapark, Englischer Garten, der Hofgarten, seine zahllosen Cafés und Restaurants, sein Kulturangebot, seine Innenstadt, seine Seen, die Berge oder was auch immer: München hat so viel zu bieten, dass ich wohl 200 Jahre alt werden muss, um alles einmal erlebt und gesehen zu haben.

es so bunt ist. Und das meine ich in politischer und nicht-politischer Hinsicht. Was anderswo vielleicht nicht so selbstverständlich ist, hier darf es sein. Und hier wird es auch gelebt, der CSU und anderen konservativen Gruppierungen zum Trotz.

es so ländlich ist. Immer, wenn ich aus meinem Schlafzimmerfenster schaue, höre ich – nichts. Na ja, ein bisschen  das Rauschen der Garmischer Autobahn, das war es aber auch schon. Und das ist so toll an München: trotz der ganzen Betriebsamkeit und Hektik des Alltags ist es trotzdem noch so ländlich wie vor 100 Jahren. Zumindest an vielen Stellen.

es einfache MEINE Stadt ist! Have I to say more?

19 Dez

Darum sind Gregor Meyle-Konzerte Musikerlebnis pur

Gregor Meyle - Konzert München

Letze Woche war ich mit meinem Schätzchen bei Gregor Meyle, diesem tollen Sänger und Liedermacher. Seine Musik mag ich schon seit ein paar Jahren und habe auch schon das ein oder andere Stück selber gespielt. Auf seine Konzert hatte ich es allerdings bisher noch nicht geschafft. Und ich muss sagen: Leider!

Denn was dieser Kerl auf die Bühne zaubert, ist Musikerlebnis pur. Das beginnt mit seiner Stimme, die kraftvoll und sanft zugleich ist und endet mit den Musikern, die er um sich schart. Alleine wegen denen würde sich ein Konzertbesuch lohnen, aber alle gemeinsam auf der Bühne sind ein wahres Feuerwerk. Dazu trägt auch die großartige Sängerin Laura Ballon ihren Teil bei, die zwar meist die Backvocals singt, aber zwischendurch immer wieder zeigen darf, mit welch großer Stimme sie ausgestattet ist.

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28 Jun

Warum Konstantin Wecker immer noch Konstantin Wecker ist

Konstantin Wecker, 2009

By Manfred Werner – Tsui (Own work) via Wikimedia Commons

Dreieinhalb Stunden! Das waren 210 Minuten abzüglich einer kurzen Pause, die sich Konstantin Wecker am vorgestrigen Freitag Abend auf dem  Tollwood-Festival für sein Münchner Konzert im Rahmen seiner 40-Jahre-Bühnentournee Zeit genommen hat. Es war wie immer großartig! Und es war wie immer Konstantin Wecker pur!

Denn diese 210 Minuten waren vollgepackt mit echter Leidenschaft, mit ganz viel Rückblick auf die eigene Karriere, mit viel Selbstreflektiertem und auch einer großen Portion Selbstironie. Beispielsweise dann, wenn er über seine Kokain-Sünden sprach. Oder über seine Pelzmantelphase, für die er sich wohl ein klein wenig schämt im Nachhinein. Und die man ihm (verständlicherweise) damals „ein wenig“ krumm genommen hat.

Und doch: Er war und ist Konstantin Wecker. Ein leibhaftiger Musiker, ein leibhaftiger Mann, der sicherlich im Laufe der Jahre ein wenig demütiger, ein wenig zärtlicher, aber niemals weniger (selbst)bewusst geworden ist. Der sich immer noch um die Geschicke der Welt Gedanken und Sorgen macht, wie man das auf seiner Facebook-Seite nachlesen und immer noch in seinen Liedern nachhören kann.

Und genau das macht Konstantin Wecker so besonders unter den deutschen Liedermachern. Dass er sich immer noch einsetzt für die Schwachen und Unterdrückten in der Gesellschaft, dass er immer noch (bzw. wieder) auf Demos singt, um der Welt vielleicht ein bisschen von seinem Glück wiederzugeben, das ihm während seines bislang 68-jährigen Lebens widerfahren ist. Trotz Knast, Kokain-Entzug, finanziellen Abstürzen und gescheiteter Ehen. Denn er ist immer noch: Konstantin Wecker.

Und so empfand ich die 210 Minuten im großen Arenazelt auf dem Tollwood-Gelände am lauen Freitag Abend nicht nur als wunderbares und fantastisches Wiedersehen mit einem großartigen Musiker und Poeten, sondern auch als eine authentische Zeitreise, auf die uns Konstantin Wecker eingeladen und mitgenommen hat. Inklusive „Willi“, „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“ und all den berührenden und klugen Liedern, die er im Laufe der letzen 40 Jahre geschrieben und komponiert hat. Danke, Konstantin!

Ach ja: Da ich in Ermangelung des passenden Equipements weder Fotos gemacht noch Videos gedreht habe, folgt an dieser Stelle zumindest der Live-Mitschnitt, in dem sich Konstantin Wecker „hautnah“ seinen Fans präsentiert…