11 Feb

Wie einem ZEIT-Autor der Zeitgeist abhanden kam…

EM-Handballmeister 2016 (Quelle: Facebookseite des DHB)

Alle guten Geschichten mit Happy End beginnen mit „Es war einmal…“. Auch die vom deutschen Wintermärchen fängt so an.

„Es war einmal eine Handvoll großer, starker Jungs, die sich nach Polen aufmachten, um der Handball-Elite das Fürchten zu lehren. Dabei waren sie nur gekommen, um zu lernen und dabei zu sein. Nicht aber unbedingt, um den europäischen Thron zu erklimmen. Und genau das taten sie dann.“

So in etwa hätte die Geschichte „unserer“ Jungs auf ZEIT Online beginnen können, um sich darüber zu ergehen, dass Fußball und Handball so ganz anders funktionieren und dass die Frage erlaubt sein muss, warum die kickende Zunft in diesem Land deutlich mehr Aufmerksamkeit erfährt als die Ball werfende. Nur leider kam 

Da ist die Rede von „kartoffeldeutschen Sehnsüchten“, von einer spanischen Mannschaft (gegen die die deutschen Handballer im Finale gewann), die in der Vorrunde „klar gewonnen hatte“ (32:29 hieß es da am Ende), von fehlenden „eingestickten Hundenamen auf Finalschuhen“, und so fort. Daraus kann man eigentlich nur zweierlei schließen: Dass der werte Autor in seinem ganzen Leben noch kein einziges Handballspiel gesehen hat und dass ihm darüber hinaus in Sachen Sport ein wenig Nachhilfe gut zu Gesicht stünde.

Dieser Ansicht waren und sind übrigens auch viele, viele Handballfans, und so ergoss sich ein ausgewachsener Shitstorm über Wolfram Eilenberger. Ob der wegen solcher Anfeindungen schlechter schläft oder sich dann doch noch mal das ein oder andere Video zur Handball-EM 2016 ansieht, weiß ich natürlich nicht. Ich weiß nur, dass mir Schreiberlinge, die Texte nur des Wortwitzes und des eigenen Narzissmus‘ wegen verfassen und veröffentlichen, gehörig auf den S*** gehen. So wie dem Deutschen Handballbund im Übrigen auch, der auf seiner Facebook-Seite Stellung zu diesem ZEIT-Beitrag bezogen hat. Und das ist auch gut so.