13 Nov

Zurück von der Cloud Expo 2015: (m)ein persönliches Fazit

Meine Interviewpartner auf der Cloud Expo 2015

Ja, ich bin wieder zurück. Zwar leicht angeschlagen, aber sehr zufrieden mit dem, was ich an eineinhalb Tagen geschafft habe. So durfte ich sieben ausgewählten Interviewpartnern meine Fragen stellen, die allesamt sehr geduldig und sehr fachmännisch beantwortet wurden. Plus einem sehr spontanen, dafür aber nicht minder interessanten Gespräch zum Thema DevOps und was man dafür alles tun muss, um einzelne Funktionen einer App oder Anwendung kontinuierlich zu verbessern oder zu erneuern.

Die Themen waren allesamt sehr spannend: Los ging es am IBM-Stand mit Martin Runde, der mir eine Menge dazu erzählt hat, was Cloud und Internet of Things miteinander zu tun haben. Leider, leider ist mir bei der Tonaufnahme ein Lapsus unterlaufen, sodass Herr Runde nicht zu Wort kommen wird. Aber es wird sich bestimmt wieder eine Gelegenheit finden lassen, mit ihm über Cloud und Co. zu sprechen.

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12 Sep

Darauf sollte man aus inhaltlicher Sicht beim Bloggen achten

Wordpress-LogoErst kürzlich habe ich ausführlich darüber geschrieben, was man beim Bloggen alles falsch machen kann – und wie es richtig und besser geht.

Dabei spielten vor allem formale Aspekte eine Rolle wie „Warum auch das Redigieren von Blogbeiträgen wichtig ist“, aber auch „ Überschriften, die nicht auf den Punkt kommen„ und „Unverständliche Fachbegriffe“ waren mir eine Betrachtung wert.

Im heutigen Beitrag beschäftige ich mich mit inhaltlichen Fragen, die wie folgt lauten:

  • Wie komme ich an meine Themen heran?
  • Wie steige ich in einen Beitrag ein?
  • Was unterscheidet eine gute Überschrift von einer weniger guten?
  • Wie entstehen Texte, die gleichzeitig unterhalten und informieren?

Wie komme ich an meine Themen heran?

Eine oft gestellte Frage, deren Beantwortung nicht ganz trivial, also einfach ist. Eine gute, weil schnelle und allumfassende Quelle ist natürlich das Internet. Doch ist die Vielfalt so immens, dass die richtige Strategie darüber entscheidet, ob man die passenden Inhalte findet – oder nicht.

Ein erprobtes Mittel ist der Google-Dienst „Alerts“, der dafür sorgt, dass Themenideen fast von ganz alleine in der Mail-Inbox landen. Der Trick: Man definiert Suchbegriffe (oder eine Kombination daraus), und Google Alerts verschickt regelmäßig und automatisch passende Internetquellen via E-Mail. Da ist zwar oft auch weniger aktuelles Zeugs dabei, aber es gibt doch immer wieder nützliche Hinweise und Beiträge zu den eigenen Themen. Google Alerts fungiert übrigens auch prima als Radar: einfach nur den eigenen Namen oder den der Firma als Suchbegriff definieren – und schon sehen Sie, wer was über Sie schreibt – oder auch nicht.

Eine weitere gute Quelle sind andere Blogs oder Webseiten (die meist weniger aktuelle Inhalte liefern). Hier gibt es zwei Möglichkeiten, an aktuelle Themen heranzukommen: entweder bestellen Sie den Newsletter der Seite (falls vorhanden) oder Sie abonnieren den RSS-Feed des Blogs oder der Internetseite. Am besten stellen Sie den RSS-Stream so ein, dass er direkt in Ihrer Mail-Inbox landet, falls Ihr E-Mail-Programm das unterstützt. Es gibt auch gute und kostenlosen Programme, mit der Sie RSS-Feeds sammeln und zentral abrufen können.

Darüber hinaus werden die sozialen Medien wie Facebook und Twitter immer häufiger für das Aufspüren interessanter Themen und Trends eingesetzt. Zumindest mache ich das so, und gerade für meine Themen stehen mir zahlreiche Facebook-Kontakte zur Verfügung, die ich immer wieder „anzapfe“, um daraus eine interessante Geschichte zu entwickeln. Hierfür sind natürlich ein wenig Arbeit und Ausdauer erforderlich, denn Social-Media-Kontakte kommen nicht von alleine. Man sollte also das ein oder andere zu sagen haben, damit andere auch motiviert sind, Ihnen zu „folgen“.

Und klar, das gute alte Gespräch liefert immer wieder die besten Geschichten. Denn wenn jemand etwas Interessantes zu erzählen hat, entstehen daraus fast zwangsläufig interessante Beiträge.

Wie steige ich in einen Beitrag richtig ein?

Eine Frage, die mich selbst immer wieder aufs Neue beschäftigt und herausfordert. Denn nichts ist wichtiger (neben einer guten Überschrift) als der Einstieg in die Geschichte. Nicht umsonst verwenden die guten Schreiberlinge viel Zeit auf den allerersten Satz. Diese wurden 2007 sogar schon einmal prämiert.

Doch auch ohne das schriftstellerische Talent eines Günter Grass findet man als weniger Geübter gute Einstiege, die den Leser dazu bringen, weiterzulesen. Und damit haben Sie schon eine Menge geschafft.

Mögliche Einstiege in einen Beitrag können wie folgt aussehen:

  • Ein aktueller Bezug, von dem Sie wissen oder ahnen, das er viele Menschen interessiert. Wenn Sie das zudem in einen knappen und pointierten ersten Satz packen, haben Sie die Leser bereits gewonnen.
  • Eine Anekdote zum Thema, das Sie wirklich erlebt haben. Das sollte ebenfalls kurz und knackig auf den Punkt kommen, andernfalls wirkt solch ein Einstieg eher abschreckend und bewirkt das Gegenteil von dem, was Sie damit erreichen wollen
  • Eine provokante These stellt ebenfalls einen guten, wenn auch mutigen „Opener“ dar. Der muss dann aber sehr scharf und wenig kompromissbereit formuliert sein, andernfalls glaubt der Leser die Behauptung nicht. Trauen Sie sich ruhig, auch wenn Sie dafür vielleicht Prügel beziehen. Die Aufmerksamkeit der Leser ist Ihnen auf jeden Fall sicher. Klar ist auch, dass Sie Ihre These im folgenden Text schlüssig darlegen müssen, ansonsten verpufft der schönste Einstieg wie eine Luftblase.
  • Aber auch eine kurze Zusammenfassung des Beitrags ist ein zuverlässiges Mittel, Ihre Leser in den Artikel hineinzuziehen, Denn im Zeitalter der immer knapper bemessenen Zeit wollen wir so schnell möglich wissen, ob das geschriebene Wort auch lesenswert ist. Also sagen Sie den Besuchern Ihres Blogs oder Ihrer Webseite in zwei, drei kurzen Sätze, was sie im nachfolgenden Text erwartet. Dann haben sie die Wahl: weiterlesen oder tschüss.

Was unterscheidet eine gute Überschrift von einer weniger guten?

Diese Frage lässt wesentlich einfacher beantworten als die vorherige, was aber nicht bedeutet, dass eine gute Überschrift trivial, also ein einfaches Unterfangen ist. Eine gute Überschrift lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Formuliere eine Überschrift so, dass potenzielle Leser und Google sofort wissen, wovon der Blogbeitrag handelt.

Einfach, oder? Geht so, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Folgende Aspekte sollten Sie hierbei berücksichtigen:

Google und Ihre Leser reagieren auf bekannte Schlüsselwörter gleichermaßen. Soll heißen: überlegen Sie genau, welche Worte Ihre Geschichte am besten wiedergeben. Gibt es zwei Schlüsselwörter, die infrage kommen, sollten Sie Tools wie Google Trends dazu befragen, welches der beiden häufiger gesucht wird, um sich für dieses zu entscheiden.

Aus Google-Sicht sind etwa die ersten 70 Zeichen der Überschrift von Bedeutung, also relevant. Das sollten Sie beim Verfassen der Headline unbedingt beachten. Dabei gilt auch die Faustformel, die wichtigen Worte an den Anfang der Überschrift zu stellen.

Die Lesersicht ist ebenfalls zu berücksichtigen. Der Satz sollte also neben all der Google-Relevanz auch leserfreundlich sein. Vergessen Sie daher die Verben nicht und auch nicht die richtige Satzstellung, denn Sie wissen ja: wer für die Suchmaschinen allein schreibt, hat bald keine Leser mehr. Und dann nützen auch die schönsten SEO-Textmaßnahmen nichts.

Wie entstehen Texte, die gleichzeitig unterhalten und informieren?

Das ist wohl die komplexeste Frage, die sich nicht einfach so beantworten lässt. Denn neben einer jahrelangen Erfahrung als Schreiberling erfordert es eine ganze Menge an „Insider-Wissen“ seine Leser betreffend. Diese bestimmen nämlich maßgeblich darüber, wie viel Unterhaltsames ein Text verträgt und wie groß der Informationsanteil sein sollte.

So steht bei Juristen beispielsweise der Informationsgehalt eines Beitrags an erster Stelle, da diese Zielgruppe kaum Zeit aufbringt, längere Texte zu lesen. Und wenn dann ein Artikel mit witzigen Einlagen ihre kostbare Zeit stiehlt, hat man gleich verloren. Anders ist das bei Endanwendern, die bevorzugt am Wochenende auf der Suche nach Blogbeiträgen  zu Gadgets & Co. sind. Die wollten zwar auch informiert werden, gleichzeitig kann man diese Lesergruppe aber auch unterhalten.

Daher habe ich mir für die richtige Mischung aus Entertainment und Information eine Formel zurecht gestrickt, mit der ich seit Jahren gut fahre. Sie lautet:

Ein- und Ausstieg eines Blogartikels dürfen ruhig unterhaltsame Elemente aufweisen, ohne allerdings den Inhalt zu sehr zu verwässern. Und der Rest, also der mittlere Teil, sollte mit Witz und vor allem Ironie äußerst sparsam umgehen.

Denn stets sollte der Anspruch gelten, dass die Information vor dem Unterhaltungswert steht.