22 Okt

Von der Kunst und Lust, Themen und Geschichten zu (er)finden

Meine Haibike Pedellen am 4. August 2015

Uns Schreiberlinge und Blogger treibt immer ein Gedanke um:

Woher kommt meine nächste Geschichte?

Klar, in vielen Fällen liegt es auf der Hand, welcher Beitrag als nächstes online gehen soll: Sei es die News zum neuen iPhone oder eine kurze, schnelle Betrachtung eines interessanten Gadgets oder einfach nur ein nützlicher Workshop, wie man iPhone und Fritzbox mithilfe der richtigen App zum Telefonieren nutzt.

Darüber hinaus legen die eigenen Kunden die Themen fest, über die man schreiben darf. Sei es über die Digitalisierung der Anwaltsbranche oder über neue High-End-Systeme – der Auftraggeber bestimmt in vielen Fällen die Agenda und das Storytelling.

Doch was ist mit all den anderen Geschichten, die man auch gerne erzählen würde? Nun, das ist nicht immer ganz so einfach, denn oft fehlt es einfach am Mut oder an der Zeit oder an beidem, ein bestimmtes Thema in und mit der Öffentlichkeit zu diskutieren.

Denn ein selbst geschriebener Beitrag bedeutet immer, sich zu offenbaren, also das Innerste nach Außen zu kehren. Und das ist immer ein wenig mit Risiken verbunden.

So wie diese Geschichte zu der Timberland-Werbung, die ich letztens entdeckt hatte. Im zugehörigen Beitrag wollte ich nur meiner Verwunderung darüber Ausdruck verleihen, warum in Zeiten brennender Flüchtlingsheime und brauner Aufmärsche niemand bei Timberland auf die Idee kommt, mit derart gestalteten Werbeplakaten ein wenig sensibler umzugehen.

Und was passierte? Ich bekam digitale Schelte ab, und das nicht zu knapp. Okay, damit konnte ich ganz gut leben, aber missverstanden habe ich mich doch ein wenig gefühlt – wenngleich mir andere Leute bestätigten, dass es ein guter und wichtiger Beitrag gewesen sei.

Was ist also die Konsequenz aus dieser Begebenheit? Weniger Politik, dafür mehr seichtes Blabla? Ganz bestimmt nicht, denn dafür ärgern mich zu viele Dinge, die täglich um mich herum passieren.

Wie zum Beispiel der Fall Akif Pirinçci, der diese ungeheuerlichen Worte auf einer Pegida-Veranstaltung in Dresden sprach. Darüber schweigen? Ganz bestimmt nicht! (Pirinçci war mal zu Felidae-Zeiten mein Held, doch das ist schon lange her).

Aber zum Glück gibt es neben der Politik noch viele andere Dinge, die mich interessieren und faszinieren. Fußball, zum Beispiel. Musik, zum Beispiel. Meine Kinder, zum Beispiel. Meine eBike, zum Beispiel. Heißt also wohl, dass mir die Themen so schnell nicht ausgehen werden. Puh, was ein Glück…

Ich, schreibend, auf Kreta