19 Okt

Von der Wirkung von Werbung ODER Was ich von der Timberland-Werbung halte [Upd]

Update: Angesichts der kleinen Welle, die dieser Beitrag auf Facebook ausgelöst hat, möchte ich ein, zwei Dinge klarstellen:

  1. Nein, ich bin KEIN Verschwörungstheoretiker und glaube nicht an die Existenz von Chemtrails und anderen kruden Dingen.
  2. Ich halte Timberland für ein verantwortungsbewusstes Unternehmen, das nicht Werbung für Nazis macht.
  3. Ich prangere hier nichts an, sondern habe nur etwas gesehen, das Gedanken in Gang gesetzt hat, die ich hier niedergeschrieben habe.
  4. Die Diskussionskultur auf Facebook ist durchaus verbesserungswürdig. Man kann ja anderer Meinung sein, aber dazu zählt auch, die Meinung anderer zu respektieren.
  5. Ich werde demnächst Timberland-Schuhe kaufen. Wohl aber nicht diese.

Update-Ende

Vorgestern kam ich an folgendem Werbeplakat der Schuhmarke Timberland vorbei (Nachbearbeitung von mir):

Timberland Werbung

Klar, auf den ersten Blick sieht man da schicke Schnürschuhe vor einem entsprechend ausgeleuchteten, wohl illuminierten Hintergrund. Doch beim zweiten Hinsehen bin ich ein wenig erschrocken: Warum wirbt Timberland für diese Form der Schnürstiefel gerade jetzt?

Wenn Sie sich jetzt vielleicht fragen „Was hat der denn?!“, dann sollten Sie Schuhe und Szenerie ein wenig auf sich wirken lassen. Diese Boots erinnern mich doch sehr an Springerstiefel, und das ganze Drumherum hat etwas sehr Gespenstisches. Dafür sorgt das sehr geschickte Zusammenspiel zwischen dem diffusen Licht, den daraus resultierenden Reflexionen und dem regennassen Asphalt.

Nun liegt es mir beileibe fern, Timberland in eine irgendwie geartete politische Ecke zu schieben, aber mich beschleicht ein leichtes Unbehagen beim Betrachten des Bildes. Macht man mit dem Bewerben solcher Schuhe nicht in gewisser Weise Springerstiefel und damit eine ganze Szene salonfähig? Nicht, dass Neonazis und ähnliche Gesellen bei Timberland shoppten, aber könnte man als potenzieller Timberland-Käufer nicht suggeriert bekommen, dass diese Boots doch sehr schick sind und man sie bedenkenlos tragen kann?

Vermutlich hat sich die Werbeagentur im Zusammenspiel mit Timberland gar nichts bei der Auswahl der Schuhe gedacht, außer diese vermehrt verkaufen zu wollen. Und trotzdem empfinde ich es als eine gesellschaftliche Verpflichtung, mit derart sensiblen Motiven vorsichtiger umzugehen. Denn wir befinden uns gerade in politisch brisanten Zeiten. Das hat der feige und offenbar fremdenfeindliche Anschlag auf die neue OB von Köln, Henriette Reker, mehr als deutlich gezeigt.