01 Sep

Was einen guten Blogbeitrag von einem schlechten unterscheidet

Wordpress-LogoIch habe sie leider nicht alle gezählt, aber ich habe bestimmt an die 3.000 Blogbeiträge seit Anfang 2006 geschrieben.

Zunächst waren sicherlich ein paar nicht so gute dabei, aber mit der Zeit kommt man ganz gut rein ins Bloggen.

Wenn man obendrein noch eine halbwegs vernünftige journalistische Ausbildung vorzuweisen hat, gepaart mit einem guten Verständnis fürs Thema, ist der Rest nur noch Formsache. Sollte man meinen!

Dass dem in der Praxis leider nicht immer so ist, kann man recht schnell anhand geeigneter Beispiele überprüfen. Wobei “geeignet” an dieser Stelle fast schon euphemistisch  beschönigend ist. Was aber, werden Sie sich fragen, unterscheidet einen guten Blogbeitrag von einem weniger guten? Nun, zu den häufigsten Fehlern gehören zweifelsohne die folgenden zehn:

1. Inhalte, die keinen Nutzwert bieten und damit den Leser nicht zum Weiterlesen auffordern.

2. Sätze, die zu lang, zu verschachtelt und damit schwer verständlich sind. Ja, damit habe ich auch immer so meine Schwierigkeiten. Da hilft nur: noch mal lesen und kürzen!

3. Überschriften, die nicht auf den Punkt kommen und damit das Thema nicht auf einen Blick vermitteln. Das gilt übrigens sowohl für Google als auch für die Leser.

4. Beiträge, die nicht schnell genug auf den Punkt kommen, schrecken ebenfalls jeden Leser ab. Daher lohnt es sich, ganz viel Zeit auf die Überschrift und die ersten zwei Sätze zu verwenden. Da muss bereits alles drin stehen, was Sie sagen wollen.

5. Lange Artikel, die keine Struktur aufweisen. Dabei ist das Einfügen von Zwischenüberschriften (aus SEO-Gründen mit H3-Tag) und das Markieren von Schlüsselwörtern mittels Fett- und Kursiv-Formatierungen ganz einfach.

6. Rechtschreibung und Grammatik, die nicht ernst genommen werden. Denn in Zeiten, in denen Inhalte immer schneller produziert werden müssen (das kenne ich auch), bleibt vermeintlich keine Zeit für einmal Korrektur lesen. Trotzdem ist man es den Lesern (und sich selbst) schuldig, einen Text möglichst fehlerfrei ins Internet zu stellen.

7. Artikel, die so trocken sind, dass es beim Lesen staubt. Klar, ein Blogbeitrag will informieren, aber er soll auch mal provozieren oder anecken oder einfach nur unterhaltsam sein. Daher: Wortspiele und eine witzige Schreibe sind erlaubt, aber bitte nicht übertreiben. Denn wenn um jede Ecke eine Alliteration guckt oder der Schreiberling um jeden Preis witzig sein will, ist der Leser ganz schnell abgeschreckt.

8. Fach- und Fremdwörter, die keiner versteht. Natürlich sind Fachwörter wichtig, wenn sie bekannt sind und landläufig benutzt werden. Wenn Sie dem Leser aber etwas Gutes tun wollen, erklären Sie die unbekannteren Fachbegriffe mit einem Halbsatz oder verlinken auf Wikipedia. Dann liefern Sie den Sinn auf indirektem Weg gleich mit. Und Fremdwörter haben in einem Blogbeitrag nichts zu suchen, außer sie gehören zu den “Eingebürgerten”. Und selbst dann: gibt es nicht ein schönes deutsches Derivat Ersatzwort?

9. Blogbeiträge, die ohne interne und externe Verlinkungen auskommen. Gerade große Wissensportale pflegen diese Unsitte, mit möglichst wenigen Internetlinks auszukommen, weil sie Angst haben, auf diesem Weg Leser zu verlieren. Aber keine Sorge: wenn die Inhalte gut sind, hält ein schlichter Link Ihre Blogbesucher nicht davon ab, weiterzulesen. Im Gegenteil, eine weiterführende Internetadresse  hat auch mit der Nutzwertigkeit zu tun, die ich unter Punkt 1 erwähnt habe.

10. Inhalte, die belanglos und wenig aktuell sind. Nichts schreckt mehr ab als Geschichten, die man entweder schon mal irgendwo gelesen hat oder die so langweilig und abgestanden sind, dass sie keiner lesen will. Diese Arbeit kann man sich wirklich sparen. Seien Sie stattdessen kreativ, begeisternd, einzigartig und lasen Sie Ihre Leser und Leserinnen an Ihrem Wissen, Ihrem Leben und Ihren Gedanken teilhaben. Das wird immer noch am ehesten goutiert honoriert für gut befunden.