02 Nov

Wie ein Mensch die perfekte Antwort auf Toleranz sein kann

Conchita alias Tom Neuwith bei Inas Nacht

Samstag Nacht lief wieder eine Folge von „Inas Nacht“. Mit dabei: Conchita (Wurst), diese wundervolle Dragqueen aus Bad Mitterndorf, Österreich. Als Tom Neuwirth geboren, steht Conchita für alles, was man zum Thema Toleranz und Weltoffenheit wissen muss. Das wurde mir beim Geplauder mit Ina Müller wieder einmal klar.

Denn mit dieser Kunstfigur, die Tom Neuwirth geschaffen hat, schafft er es mühelos, die Herzen der Menschen zu berühren und zu erreichen, und das trotz resp. wegen seines bizarren Auftritts. Denn man kann sich seiner Ausstrahlung, seiner Klugheit und seinem Charme kaum entziehen. Da spielt es innerhalb weniger Augenblicke überhaupt keine Rolle mehr, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau oder eine Dragqueen handelt, die mit Bart und Kleid auftritt.

Musik verbindet – und schafft Brücken

Darüber hinaus steht Tom Neuwirth alias Conchita mit seiner Musik eine wundervolle Gabe zur Seite, mit der er die Menschen erreicht und berührt. Alleine das ist so verbindend und so großartig, dass man ihn/sie am liebsten umarmen und ihm/ihr dafür danken möchte. Der Auftritt bei Inas Nacht war auf jeden Fall großartig und ein echtes Medienhighlight, inmitten dieser ganzen Plastikmusik, die tagein, tagaus über den Äther dudelt.

Und noch etwas habe ich im Zuge meiner Conchita-Rercherche entdeckt: Eine feinfühlige Reportage des ORF, die letztes Jahr im Zuge des geplanten Auftritts von Conchita in Kopenhagen gedreht wurde. Dort sollte sie die Farben Österreichs vertreten und mit „Rise like a Phoenix“ den Sieg im Eurovision Grandprix wieder ins Land der Skifahrer und Almdulder holen. Diese fast 40 Minuten währende Geschichte über einen Jungen aus der Steiermark, der in die Welt zog, um als Conchita für Furore zu sorgen und erfolgreich zu sein, rührt an.

Ängste und Vorbehalte lassen sich ganz leicht überwinden

Denn sie zeigt die Ängste und Vorbehalte, die Menschen haben, und wie sie doch ganz leicht und einfach damit umgehen und die eigenen Vorurteile beiseite schieben können. Schließlich ist es „ihr“ Tom, „ihre“ Conchita, die in Bad Mitterndorf groß geworden ist. Und auf den und sie ein ganzes Dorf ganz stolz ist. Selbst wenn möglicherweise das ein oder andere für die Kamera gestellt war – so sieht wahre Toleranz aus. Darauf eine kleine Träne…